


Für mich ist die klassische Dressur weit mehr als nur eine Reitweise – sie ist eine Lebenseinstellung und ein Weg eine ehrliche Verbindung zwischen Pferd und Reiter zu schaffen. Sie basiert auf gegenseitigem Respekt, Geduld, Disziplin und dem unermüdlichen Streben nach Leichtigkeit.
Im Mittelpunkt steht für mich die gesunderhaltende und faire Ausbildung des Pferdes. Ziel ist es, ein starkes und stolzes Pferd zu formen, das sich mit Freude und Leichtigkeit bewegt. Durch kleinschrittige, logisch aufgebaute Arbeit entsteht ein fein gymnastiziertes Pferd, das in Balance, Ausdruck und Kraft wächst. Besonders wertvoll ist dabei der Weg – das Begleiten des Pferdes über Jahre und das gemeinsame Wachsen an Herausforderungen.
Meine Ausbildung basiert auf den Prinzipien der klassischen Reitkunst, die seit Jahrhunderten dazu dienen, das Pferd gesund, tragfähig und in Balance zu erhalten. Im Mittelpunkt stehen Leichtigkeit, Harmonie und eine faire, feinfühlige Kommunikation zwischen Pferd und Reiter. Dabei ist die Légèreté – die Kunst der Leichtigkeit – ein zentraler Gedanke meiner Arbeit: das Pferd soll seine Bewegungen frei, ohne Zwang und mit innerer Bereitschaft ausführen.


Die Lektionen sind für mich kein Selbstzweck oder zur Schaustellung gedacht. Sie dienen dazu, das Pferd körperlich und geistig zu formen, seine Geschmeidigkeit und Tragkraft zu entwickeln und es in ein funktionales, starkes und elastisches System aus Muskulatur und Bändern zu führen, das es bis ins hohe Alter gesund und leistungsfähig hält. Besonders wichtig ist mir dabei, vorhandene Kompensationsmuster zu erkennen und behutsam aufzulösen – denn viele Pferde kommen bereits mit einem „Rucksack“ aus körperlichen Themen und Bewegungsfehlern.
Die Ausbildung erfolgt immer unter Berücksichtigung des individuellen Charakters, des körperlichen Zustands und der Vorgeschichte jedes Pferdes – nicht das Alter bestimmt, was ein Pferd leisten kann, sondern sein Vertrauen, seine Bereitschaft und seine körperliche Verfassung.
„Ein Pferd ausbilden heißt vor allen Dingen zu fühlen und sich zu zwingen, nachdem man gefühlt hat, zu helfen und nicht zu zwingen.“
Nuno Oliveira
Genauso gilt das für den Reiter. Die Arbeit an sich selbst – an Haltung, Balance, Sitz und innerer Einstellung – ist oft der herausforderndste Teil dieser Kunst. Es erfordert Ehrlichkeit, Geduld und die Bereitschaft, sich selbst immer wieder zu hinterfragen. Es ist nicht schlimm, etwas nicht zu können. Wichtig ist, offen für Entwicklung zu sein und Freude an diesem Weg zu haben.

