Über mich

Katharina Dick

Mein heutiges Ausbildungsverständnis wurde maßgeblich durch mein einjähriges Praktikum auf der Quinta do Palhão in Portugal geprägt. Dort hatte ich die Möglichkeit, unter der Anleitung von Gonçalo Linhas und Laura Gosch täglich mit unterschiedlichsten Pferden zu arbeiten und mein Wissen in klassischer Dressur, Handarbeit und der gymnastizierenden Ausbildung zu vertiefen.

Diese Zeit hat meine Reiterei grundlegend verändert. Ich lernte, Pferde biomechanisch besser zu verstehen, feiner einzuwirken und Ausbildung als systematisch aufgebauten Prozess zu betrachten. Besonders geprägt hat mich die Erkenntnis, dass nahezu jede höhere Lektion bereits in den Grundlagen vorbereitet wird. Nicht erst dann, wenn sie sichtbar geritten wird. 

Die Zeit in Portugal war ein wichtiger Meilenstein, baut jedoch auf vielen Jahren praktischer Erfahrung auf. 

Bereits 2013 lernte ich während eines Praktikums bei Ernst-Peter Frey den altkalifornischen Stil und die Grundsätze der klassischen Reitkunst kennen. Dort begann ich, mich intensiv mit den Lehren der alten Reitmeister auseinanderzusetzen und ein tieferes Verständnis für Handarbeit, Bodenarbeit und die Bedeutung feiner Hilfengebung zu entwickeln. 

In den folgenden Jahren vertiefte ich meine Erfahrungen in der Working Equitation bei Thomas Türmer und Jean-Pierre Godest. Die Arbeit mit den unterschiedlichen Anforderungen dieser Disziplin schärfte meinen Blick für Balance, Präzision und exaktes Timing und gab mir einen weiteren Blickwinkel auf die Ausbildung von Pferden.

Der Wunsch, die klassische Dressur noch tiefer zu verstehen, führte mich schließlich zu Leonie Bühlmann. Bei ihr erhielt ich erstmals Unterricht nach klassischen Prinzipien. Darüber hinaus nahm ich Unterricht bei Lehrern verschiedener Schulen der Reitkunst – von der akademisch-barocken Reitweise über Ansätze der Légèreté bis hin zur klassischen Dressur nach den Lehren Nuno Oliveiras. 

Diese unterschiedlichen Einflüsse haben meinen Blick auf die Pferdeausbildung erweitert. Ich habe gelernt, verschiedene Ansätze nicht isoliert voneinander zu betrachten, sondern ihre jeweiligen Stärken und Besonderheiten zu verstehen. 

Für mich bringt jede Disziplin und jede Ausbildungsschule wertvolle Perspektiven mit sich. Gleichzeitig ist es wichtig, Methoden immer wieder zu hinterfragen und den Blick auf das Wesentliche zu richten: eine sinnvolle, faire und pferdegerechte Ausbildung.

Diese Offenheit hilft mir heute dabei, Reiter mit unterschiedlichen Hintergründen zu verstehen und sie dort abzuholen, wo sie in ihrer eigenen Entwicklung stehen.