Katharina Dick
Die Leidenschaft für Pferde begleitet mich, seit ich denken kann. Von klein auf faszinierte mich die Idee, ein harmonisches, feines Miteinander zwischen Pferd und Reiter zu erreichen. Mein reiterlicher Weg begann klassisch im Turniersport der FN-Reiterei, doch der Wunsch nach mehr Leichtigkeit und echter Kommunikation führte mich schon früh dazu, über den Tellerrand zu blicken.


In meiner Zeit als Reiterin durfte ich in unterschiedlichen Disziplinen wertvolle Erfahrungen sammeln – vom Springreiten über das Distanzreiten, die Westernreiterei bis hin zur Working Equitation. Jede dieser Reitweisen, jeder Pferdetyp und jeder Ausbilder hat mich geprägt und mein Verständnis für feines, durchdachtes und pferdegerechtes Reiten erweitert. Diese Vielfalt hat mir gezeigt, dass es nicht die eine richtige Methode gibt, jede Reitweise hat schlechte Seiten und gute Seiten.


Ein besonders prägender Einfluss war 2013 ein Praktikum bei Ernst-Peter Frey. Hier begegnete ich dem alt-kalifornischen Stil, der Doma Vaquera und den Prinzipien der klassischen Reitkunst. Ich begann, mich mit den alten Meistern wie Baucher und Guérinière zu beschäftigen, lernte die Bedeutung von feiner Handarbeit, Bodenarbeit und präzisem Timing kennen und erkannte erstmals die Parallelen zwischen Arbeitsreiterei und klassischer Dressur.






In der Folgezeit vertiefte ich meine Kenntnisse der Arbeitsreiterei weiter bei Thomas Türmer und Jean-Pierre Godest, die mir die praktische Anwendung der Rinderarbeit und Lektionen aus der Working Equitation näherbrachten.





Mein Wunsch, die klassische Dressur noch tiefer zu verstehen, führte mich zu Leonie Bühlmann, bei der ich erstmals Unterricht nach klassischen Prinzipien erhielt. Ich nahm Unterricht bei Lehrern verschiedener klassischer Schulen – von der akademisch-barocken Reitweise über Ansätze der Légèreté bis hin zur klassischen Dressur nach den Lehren Nuno Oliveiras.


In den letzten Jahren habe ich mein Studium der klassischen Dressur stark intensiviert. Ich nahm regelmäßig Unterricht bei Alexandra Stärk und vertiefte mein Wissen durch intensives Selbststudium. Diese Zeit hat mein Verständnis für die klassische Arbeit und die feine Kommunikation mit dem Pferd entscheidend geprägt. Ich konnte meine Fähigkeiten spürbar weiterentwickeln und meinen reiterlichen Anspruch auf ein neues Niveau heben.

Um diesen Weg konsequent weiterzugehen, freue ich mich sehr darauf, ab Sommer 2025 für ein halbes Jahr als Praktikantin in Portugal bei Gonçalo Linhas und Laura Gosch zu leben und zu arbeiten. Dort werde ich die Prinzipien der klassischen Dressur noch einmal aus einer intensiveren Perspektive auf hohem Niveau erleben und mein Wissen weiter vertiefen.


Für mich ist die arbeit nach den klassischen Prinzipien eine Philosophie mit der ich mich identifiziere aber auch weiter neugiereig bleibe. Ich schätze vielseitige Pferde und bin überzeugt, dass auch ein klassisch ausgebildetes Pferd von abwechslungsreicher Arbeit profitiert – sei es bei einem kleinen Sprung, an der Garrocha, im Gelände oder bei der Arbeit an Rindern. Denn ein selbstbewusstes, motiviertes Pferd, das stark ist und Freude an der Arbeit hat, ist die beste Grundlage für feine, harmonische Reitkunst.


Meine Lehrer
Alexandra Stärk
Gonçalo Linhas
Laura Gosch
Ernst-Peter Frey
Leonie Bühlmann
Elke Gaiser
Thomas Türmer
Jean-Pierre Godest